SecureCare unterwegs: Neue Impulse für Deeskalation und Kinderschutz

Wie können wir junge Menschen in Krisen besser begleiten? Was brauchen Teams, wenn Situationen immer wieder eskalieren? Und wie gestalten wir Sicherheit so, dass Beziehung und Kinderrechte im Mittelpunkt bleiben? Diese Fragen beschäftigen uns bei SecureCare täglich. Deshalb waren wir Anfang Oktober bei zwei Fachtagungen in Hamburg und Düsseldorf dabei.

Für uns gehört es zu professioneller Arbeit, das eigene Handeln regelmäßig zu hinterfragen, aktuelle fachliche Erkenntnisse aufzugreifen und mit anderen Perspektiven abzugleichen. Fachtage bieten dafür etwas, das im Arbeitsalltag oft zu kurz kommt: Zeit zum Zuhören, Diskutieren und Weiterdenken.

Hamburg: Sicherheit gemeinsam denken

Am 30. September und 1. Oktober 2026 besuchten wir die Fachtagung zum Thema Sicherheit im Kontext des Phänomens Systemsprenger in der Kinder- und Jugendhilfe an der HAW Hamburg. Veranstaltet wurde sie vom Bundesnetzwerk für Systemsprenger und dem Competence Center Gesundheit.

Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendhilfe, Polizei und Strafjustiz. Die Vorträge beleuchteten unterschiedliche Vorstellungen von Sicherheit, das Verhältnis von Gefahrenabwehr und Pädagogik sowie Möglichkeiten und Grenzen institutioneller Kooperation.

Besonders nah an unserer Arbeit lagen die Workshopthemen zur Rolle von Sicherheitsdiensten in der Jugendhilfe, zu Einrichtungen als sicheren Orten und zu traumainformierter Zusammenarbeit. Auch die Frage, wie Koordinierungsstellen Verantwortung in komplexen Hilfesituationen gemeinsam organisieren können, war Teil des Programms. (haw-hamburg.de)

Für uns ergeben sich daraus wichtige Fragen für den Einsatzalltag: Wer übernimmt welche Aufgabe? Wie stimmen wir uns mit pädagogischen Fachkräften ab? Und wie erleben junge Menschen die Unterstützung, die wir als Erwachsene organisieren?

Unser Anspruch ist, Teams durch deeskalierende Begleitung zu entlasten und einen verlässlichen Rahmen zu unterstützen. Dafür braucht es klare Rollen, gute Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis des Auftrags.

Düsseldorf: Was tun, wenn nichts mehr greift?

Am 7. Oktober 2026 waren wir beim 5. Fachtag Kinderschutz an der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf. Unter dem Leitgedanken „Was tun, wenn nichts mehr greift?“ widmete sich die Veranstaltung Kindern mit herausforderndem Verhalten im häuslichen und institutionellen Kontext.

Prof. Dr. Menno Baumann eröffnete die fachliche Auseinandersetzung mit einer Keynote zum Tagungsthema. Ein weiterer Hauptvortrag von Prof. Dr. Tijs Bolz beleuchtete die Bedeutung pädagogischer Institutionen für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen der emotionalen und sozialen Entwicklung.

Das Workshopprogramm griff unter anderem Deeskalation, die Steuerung hocheskalierter Fallverläufe, wiederkehrende Abbrüche und Rückkehrbewegungen im Hilfesystem sowie den Einsatz von Sicherheitsdiensten im Kinderschutz auf. (fliedner-fachhochschule.de)

Diese Themen berühren unmittelbar unseren Alltag. Wenn wir junge Menschen in Krisen begleiten oder Einrichtungen unterstützen, müssen wir auch die Bedingungen betrachten, unter denen Eskalationen entstehen. Dazu gehören Beziehungen, Belastungen, Übergänge und die Zusammenarbeit der beteiligten Erwachsenen.

Für unsere Arbeit heißt das: Wir wollen Verhalten verstehen, Risiken ernst nehmen und gemeinsam mit den pädagogisch Verantwortlichen nach tragfähigen Handlungsmöglichkeiten suchen. Die Würde, die Rechte und die Perspektive des jungen Menschen gehören dabei in jede fachliche Abwägung.

Fachliche Entwicklung gehört zu unserer Verantwortung

Beide Fachtagungen haben Fragen aufgegriffen, die für SecureCare zentral sind: Wie entsteht Sicherheit? Wie bleiben wir auch unter hoher Belastung handlungsfähig? Und wie verhindern wir, dass junge Menschen auf ihr herausforderndes Verhalten reduziert werden?

Wir nehmen die fachlichen Impulse mit, um unsere Begleitung, unsere Zusammenarbeit mit Einrichtungen und unsere Schulungen weiterzuentwickeln. Dazu gehört, neue Erkenntnisse auf ihren Nutzen für die Praxis zu prüfen und die eigene Haltung immer wieder zu reflektieren.

Unser Leitsatz „Sicherheit durch Empathie und Haltung“ verbindet diesen Anspruch mit unserer täglichen Arbeit: aufmerksam bleiben, verlässlich handeln und bereit sein, dazuzulernen.

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